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12/09
01:49
Zeit, Schicksal, Wahrheit
Ich habe langsam die Theorie, dass wirklich wenige Ideen einzigartig sind. Es gibt so viele Ideen und ich denke, dass schon viele darüber nachgedacht habe, worüber ich mir einige Male den Kopf zerbrochen habe. Oder einfach zu wenig Selbstvertrauen oder dumme Bescheidenheit. habe Falsche Bescheidenheit wahrscheinlich, sonst würde ich das nicht hier schreiben. Wäre man manchmal wirklich so bescheiden, wie vor dem Moment als man etwas von sich vorstellt, in der Hoffnung es würde dem Gegenüber gefallen, schraubt man die Erwartungen durch falsche Bescheidenheit herunter, damit der Gegenüber ein besseres Urteil zieht. Aber darum geht es hier gar nicht.
Es geht um unzählige Geschichten, in denen jemand durch die Zeit reist. Ich meine nicht solche wo man auf sein Vergangenheits-Ich trifft und mit ihm redet, sondern eher diese “Zeitzurückdreh”-Nummer, womit ich die Kategorie um Einiges eingrenze. Wenn jemand “Zeit zurückdrehen” sagt, verstehe ich mit der Gewissheit von heute in die Vergangenheit zu reisen. “Oh, ich bin ja wieder ein Kind.” oder so etwas Ähnliches. Nun ist das, was das Ganze ein wenig uninteressant und auch meiner Meinung unlogisch macht, das Absurdum, dass man mit seiner jetzigen Gewissheit in einem Körper aus der Vergangenheit steckt. Was ist denn nun die Gewissheit? Für mich nichts anderes als das Gehirn. Wie sollte das jetzt gehen? Die Realitätsänderung der Geschichte bezieht sich nun nicht mehr auf eine “Reise” durch die Zeit, sondern eher auf außerweltlich Kräfte, die das Hirn in die Vergangenheit befördern, was schon einige Logik ausgrenzt. Man stellt sich hier nicht mehr die Frage, wie das physikalisch möglich sei, dass gerade das Gehirn (Geschichten, wie andere Körperteile durch die Zeit fliegen sind mir unbekannt) in die Vergangenheit kommt, sondern was für eine “Übermacht” (was wiederum in die Richtung der Glaubensfragen geht) dafür verantwortlich ist.
Wie unlogisch das die ganzen Geschichten macht, so stellt sich auch eine weitere Frage auf. “Werden wir also das Gleiche erleben, wenn wir mit Körper und Geist Gehirn durch die Zeit reisen?” Wenn man das Leben als eine normale Funktion betrachtet – Sagen wir mal ZustandDerDinge(Zeit) – dann müsste zu einer gewissen Zeit auch das Gleiche passieren. Das wäre dann so etwas wie der Glaube an das Schicksal.
Zweite Annahme: Könnte man durch die Zeit reisen, dann könnten aber auch immer wieder Zufälle passieren. Sollten diese passieren, wäre die Zeitreise lohnenswerter, aber auch riskanter. (Ein Zufall könnte einem das Leben kosten. [Man hätte Angst vor Zeitreisen], die Zeitmaschine könnte weg sein, was auch wieder machen würde, dass die Zeitmaschine nie existiert hätte, was auch machen würde, dass man die Zeit nicht zurückstellen könnte, da es ja keine Maschine gibt.) Zufälle in der Vergangenheit könnten die Zukunft verändern, man hätte also die Macht die Wahrheit auf Knopfdruck zu verändern. Die Wahrheit ist der Zustand der Dinge zu einem Zeitpunkt. Würde man also annehmen jedes Mal geschehe zur Zeit irgendein Zufall, müsste man annehmen, dass die Realitätsfunktion jedesmal auch für den gleichen Wert etwas anderes ausgibt, wir wissen also nicht, was in der Zukunft passiert. Wir müssten uns nach der Theorie, dass es kein Schicksal gibt, sondern nur Zufälle, darauf gefasst machen, dass etwas komplett unerwartetes kommt. Nun besteht unser Leben nicht aus komplettem Chaos, sondern aus “Zufällen”,die nur Zufälle sind, weil wir sie noch nicht vorausberechnen können, aus bestehenden Faktoren, die unser ganzes Leben kontrollieren.
So lässt auch mich das glauben, dass es Schicksal doch gibt, es auch vordefiniert ist, was man macht und wenn man in die Vergangenheit reist, einen täglich das Murmeltier grüßt. Nun wüsste man nichts davon, dass es die ganze Zeit passiert, die Gewissheit wäre immer zurückgesetzt werden. Wie würden das nicht wissen, dass die Zeit “zurückgedreht” wurde und das lässt auch die Vermutung aufkommen, ob das nicht schon vorgekommen sein könnte, dass jemand an der Uhr dreht.
Folgende Fragen bleiben noch auf:
- Vielleicht kann doch die Gewissheit durch die Zeit transportiert werden und ich habe ein Gehirn aus der Zukunft?
- Wie zum Teufel soll man die Zeit verändern?
Gehört während dem Bloggen: The Pendulum (1996) (8/10) und Pandora’s Box (1997) (10/10) von Gerard (ジェラルド)
ra.f.
29. Dezember 2009
02:03
Betrachtet man deine Funktion ZustandDerDinge(Zeit), dann kann man kausale Zusammenhänge durch die Implikation ZustandDerDinge(Gestern) -> ZustandDerDinge(Heute) ausdrücken.
Die interessante Frage ist, gilt auch die Umkehrrelation ZustandDerDinge(Heute) -> ZustandDerDinge(Gestern) also letztendlich die Äquivalenz: ZustandDerDinge(Gestern) ZustandDerDinge(Heute)
Das ist die Formel von Schicksal und Vorherbestimmtheit, sie lässt aber keinen Spielraum für Zufall mehr zu. Du könntest durch eine Reise in die Vergangenheit daran nichts mehr ändern, was wiederum dagegen spricht, das eine Zeitreise überhaupt möglich ist.
Beschränkt man sich auf die Implikation der Vergangenheit für die Gegenwart kann man ableiten das es mehrere Vergangenheiten (diesen Plural gibt es nicht!) geben kann: ZustandDerDinge(Gestern_1) -> ZustandDerDinge(Heute) oder auch ZustandDerDinge(Gestern_2) -> ZustandDerDinge(Heute). Der Unterschied zwischen Gerstern_1 und Gestern_2 ist zufällig. Also das Problem beim Reisen in die Vergangenheit bestände darin, das man das “richtige” Gestern wahrscheinlich nicht mehr wiederfindet.