12
Mrz 11
Aphorismen
Man versteht erst, wenn der eine Teil in die entgegengesetzte Richtung zum anderen führt.
12
Mrz 11
Man versteht erst, wenn der eine Teil in die entgegengesetzte Richtung zum anderen führt.
kurze lebensphilosophisch-künstlerische Notizen 1
Dieser Text handelt von meiner Abhandlung mit Willensstärke, Zukunftsangst und Alltagshass.
Oberflächlichkeit soweit das Auge reicht. Die Lüge ist weder schlecht, noch gut. Das ist eine ethische Diskussion und man sollte nicht alles von einem ethischen Standpunkt betrachten, weil man sich den Vorwand rausnimmt, dass es schließlich das Beste sei und langsam erblindet. Wenn ich Kunst mache, dann betrachte ich einen Scheißdreck ethisch, also lasse ich es im Leben mehr und mehr sein. Die Ernsthaftigkeit der deutschen Mentalität zwingt den Stock-Im-Arsch-Mann alles zu analysieren, strukturieren. Eine größere Therapie habe ich jedoch in der Kunst gefunden, wo man die größte Freiheit, eine der größten psychologischen Gesundheiten wiederfindet: Man selbst entscheidet was richtig und was falsch ist. Ich denke gewiss, dass es sowas gibt, und zwar in unserem Kopf. Wie soll man einen Strich fortführen, wenn man sich nicht sicher ist, ob dieser richtig oder falsch ist? Es ist also auch für den Erfolg mit sich selbst, der Zufriedenheit am gemalten Bild, an der erreichten Sache und dem Wohlfühlen in sich selbst bestimmend. Ich bin der festen Überzeugung, dass die beste Philosophie von einem glücklichen Künstler kommt und nicht von einer depressiven weisheitsstrebenden asketischen Möchtegern-Philosophen-Pussy.
Sprechen wir über den religiösen Kern meiner Weltanschauung. Wieso steckt so viel Unsicherheit in dem Wörtchen Hoffnung drin? Was hat man wenn man Hoffnung durch Unsicherheit teilt, die Unsicherheit also entfernt? Dann bleibt doch die Überzeugung, die Unsicherheit schadet nur, ich bin sogar der Meinung, dass man irgendwas falsch macht, dass irgendwas nicht stimmt, wenn man depressiv an irgendeine Hoffnung gebunden ist. Das Leben ist ein Brunnen oben ist das Ideal, das Bestimmte, der Himmel und unten das Unbestimmte, die Freiheit, christlich die Sünde, hahaha. Dieses Modell ist auf die Vorstellung eines Weges, nicht aller bestimmt. Ich denke nicht einmal, dass man immer ein System oder Modell braucht, wenn man sich glücklich fühlt. Alles in einem ist es auf den Aphorismus zurückzuführen, dass man einfach loslassen braucht. Klar fühlt man sich sicher mit Idealen, wie Seilen von oben und es ist schon etwas dran, wenn in der Bibel steht, dass man sich nicht bemühen soll den Himmel, den Perfektionismus, erreichen zu wollen. Es ist leichter sich mit solchen Hilfen, den Seilen von oben abseilen zu können, in die Freiheit und immer paar herausragende Steine im Brunnen zu treffen, worauf man sich schließlich stellen kann. So ein Seil hat also paar Hilfen. Was passiert, wenn dieser Stein einbricht und man versucht sich mithilfe des Seils aufrecht zu halten, bekommt Angst vor der Tiefe und setzt große Hoffnungen zum Ideal und versucht dieses wieder zu erreichen. Im Moment der Verzweiflung kommt das Ideal doch wie gerufen, das kann entweder die Weisheit, irgendeine Bullshit-Religion, einfaches Glücklichfühlen etc. sein. Man zappelt, hält sich hilflos an diesem Seil, sieht nach unten, in die Freiheit, in die Zukunft und sieht die Schwärze, die Angst, die Unsicherheit. Seile dich ab in die Freiheit und habe keine Angst vor der Dunkelheit, der Unbestimmtheit, dem fehlenden Licht, denn du definierst und du beleuchtest, vergesse was die Ideale oben und vergesse die Angst unten, steige ab und lerne den Brunnen kennen, bis du merkst, wie kleiner und kleiner er wird. Habe keine Furcht dich deiner Menschlichkeit zu bedienen – Viele unterschiedliche Sätze haben gleiche Bedeutungen und unterschiedliche Interpretationen.
So nachdem wir oberes geklärt haben, sollten wir es auch vergessen, es soll uns nur in Notfällen helfen. Genauso wie das destruktive Ego unser Selbstbewusstsein auf einer Mindestflamme hält. Regeln sollen uns nur in dem seltenen Moment der Unbestimmtheit und Unsicherheit helfen. Falls man unbestimmt ist, sollte man anfangen Entscheidungen zu treffen, Kunst ist das einfachste. Man sollte einen Stil weiterverfolgen. Die Beschreibung des Stils ist natürlich oberflächlich, aber dazu später. Der Weg ist das Ziel. Der Weg ist der Stil. Man kann auch den Stil mit einem Seil in die Freiheit vergleichen, man sollte aber auf jeden Fall loslassen können und etwas Neues ausprobieren. Halte dich nicht an zu vielen Dingen fest, lass dich fallen, du hast genug andere Seile, die dich noch aufhalten werden. Mache dies, du wirst vielleicht Fehler machen, du wirst vielleicht was richtig machen. Du selbst bist nicht dein Stil, ein Stil ist eine Schicht deinerselbst.
Der größte Fehler, den ich und mein Umfeld machen, ist die Angst vor Fehlern ernstzunehmen. Die Angst vor Fehlern könnte auch die große Antriebsfeder unserer Gesellschaft sein. Ich erweitere den Begriff des Fehlers auf den der Lüge und setze den Begriff der Lüge, des Fehlers mit dem Falschen gleich. Je weniger Fehler man möchte, desto ungesünder lebt man doch. Strebt man nach dem Idealismus, so wird man früher oder später depressiv. Strebt man nicht nach ihm, so erreichen die gewünschten Ziele einen selbst. Ich werde folgenden Aphorismus ein wenig deuten: “Willst du Fehler machen, so machst du’s richtig, willst du’s unbedingt richtig machen, so machst du einen Fehler.” Je mehr man sich auf etwas konzentriert und beschäftigt, desto mehr kann man Regeln und Logik darauf anwenden, bis es rund ist. Aber die Welt besteht aus lauter kleinen Fehlern und Lügen. Was wäre die Tiefe ohne die Lügen? Was wären Lügen ohne die Tiefe? Je mehr Regeln man entdeckt, desto glatter und oberflächlicher wird man, bis man zwischen Apfel und Birne nicht unterscheiden kann. Je mehr richtige Sachen es gibt, desto lichtvoller gestaltet man seinen Himmel, den belichteten Teil des Brunnens, du sollst nicht nach ihm streben, viel mehr soll er dir die Tiefe mehr beleuchten. Er soll dich aber auch nicht blind machen. Regeln haben höchstens in der Skizze oder im Notfall etwas zu suchen. Fülle den Rest mit Stil und Emotion. Den Großteil, den wir als richtig verteidigen und für unsere eigene Meinung halten, ist gar nicht von uns. Der Großteil den wir als Kinder für Kunst hielten, war gar nicht von uns. Weder macht die Psychologie den Menschen aus, noch die Physik die Natur, die Absicht die Kommunikation. Hinter jedem Wort verbirgt sich eine Emotion, keine klare Definition, ein Bild. Genauso wie Gedanken nur Interpretationen von Bildern unserer Phantasie sind.
Kurz gesagt: Gestalte deine Stile nicht aus Prinzipien, sondern schau welche Prinzipien du aus dem Lernen aus deinen Stilen extrahieren kannst.
27
Feb 11
Wer am liebsten nur auf Gleichgesinnte hört, der nimmt Anteil an einem Kreislauf der Dummheit, der immer mehr und mehr an Tiefsinn gewinnt und je nach Popularität gern als Wahrheit geschätzt werden kann. Die Dummheit wurde ja schließlich als solche am Anfang gewertet.
Auch: Niveau schützt vor Dummheit nicht.
02
Feb 11
Ich verstehe nicht, wie man Mühe und Motivation darein investieren kann, seine Theorien gegenzubeweisen – wie Macken an einer sympathischen Frau finden zu wollen. Auf dem Wege zur untergehenden Sonne wird man wahrscheinlich Umwege um Berge machen müssen, weil das Abendrot ungenügend erscheint und man die Quelle dieser Schönheit doch vergeblich zu finden versucht. Und unkontrollierbar wird sich die Sonne entfernen und man wird sich fragen was man falsch gemacht hat, bis sie den Rücken begrüßt und man schließlich erfährt, dass man den falschesten Weg genommen hat.
31
Jan 11
In meiner Realität eine Lück
Falle in die Phantasie hinein, in einen Schacht,
doch bin wieder zurück,
habe dir was mitgebracht
Und bloß nicht Reime, ich spei
melodische Quecksilber-Blei-
Megalithen in dein Gesicht
zum Mitnehmen,
als Happy-Meal-Gericht
Und komm mir nicht mit Suschi, du schie-
elst bei Jeans von schlanken Ischen,
zwischen den zwei Beckenkämmen
voller Angst sich zu erwischen
lassen, auf die Haare über der Muschi
Und nennst es Freiheit.
Mainstream-Weltbilder erinnern
mich an Windows
und was sagst du deinen Kindern,
wenn sie dir nicht ähnlich sind.
du denkst du bist nicht hirnlos
denn du rationalisierst blind.
Deine Wand unzerstörbar
Das, was moralisch nicht verantwortbar
ist, du hast vor deiner Dummheit Schiss
Ich spüle deine intellektuellen Gewiss-
heiten runter das Klo
Wer kein Selbstvertrauen hat, der hat Niveau
Wenn ich mich selbst bestimme und dies durch andere bewiesen wird, dann habe ich die große Freiheit mich selbst zu bestimmen. Der Unterschied vom eigenen Charakter zu einer Rolle ist nur, dass ich selbst davon überzeugt bin, was ich bin. Andere Menschen können über mein Selbstbild bestimmen, genauso wie ich über mein Bild in ihren Köpfen bestimmen kann. Eine Schwindlerei ohne böse Absicht ist Kunst oder Humor. Was ich in anderen Menschen sehe kann nur höchstens so ausgeprägt sein wie die Vorstellung von mir selbst. Aus beiden Bildern skizzieren wir einen Prototyp des Menschen, der unsere Basis für andere Menschen ist, sich durch diese aber auch ändern kann. Menschen geben uns kleine Stückchen Information, die wir eigenständig kategorisieren und darüber urteilen. Die Worte, die wir hören, entfalten sich zu einem Bild, einer Vorstellung über den anderen Menschen. Aber Bullshit, Menschen sind doch keine Bücher. Menschen sind Webseiten.
22
Jan 11
Die Physik löst sich in der Natur auf, die Lyrik in der Person und so wird aus beidem etwas Natürliches und Menschliches.
18
Jan 11
Wenn der Mensch schon mit einer großen Freiheit geboren wird, so ist die Schwierigkeit an dieser diese zu erkennen. Die Kunst ist nicht nur die Darstellung dieser, sondern in ihrer Philosophie das Erkennen dieser. Der Mensch kann sich nicht all seiner Freiheit bedienen, weil er sie nicht vollständig kennt. Die Kunst, die Philosophie und die Wissenschaft sind das Skizzieren des menschlichen Erkenntnisbereiches, das Erkennen der Grenzen und dadurch eine Formung (Ausweitung oder gar schon Einschränkung) der Freiheit.
14
Jan 11
du scheinst sehr oft auf die Fresse gefallen zu sein! Und nun versuchst du es gar nicht mal weiter. Doch tust genau das Gegenteil was du erreichen willst und fügst dich deiner Sehnsucht in einem so durch starke sexuelle Unterdrückung schleimend und wiederum durch die Angst aus schlechter Erfahrung auf so dämlichem Wege. »Oh schaut wie schön es ist, nach den Regeln der Frauen zu spielen.« Es gibt sicher Dinge wie ein “Mann” zu werden und es sind Sorgen so tief drin, dass du sie nicht mal in dein geheimstes Tagebuch zu schreiben, gar schon bewusst zu denken trauen würdest. Überwinde ersteinmal deine Angst vor deiner Angst. Ich habe auch Probleme, ich stehe aber zu ihnen.
08
Jan 11
Das größte Problem am Infragestellen, dem Nachdenken, dem Kritisieren und dem Pseudophilosophieren ist nicht das Analysieren, keinesfalls. Es ist das unbewusste Werten. Das Werten ist das Problem, da es an die Moral bindet, fester ist als die Moralprinzipien selbst. Im Sturz in die Freiheit versucht sich der Mensch aus der Angst durch den Schwindel (Kierkegaard) mit seinen Werkzeugen, der Ethik, der Wissenschaft und dem Alltag festzuhalten, bis die Erfahrung mit den Wertungen einen selbst an der Moral festhalten lässt.